Herztraining
Heute wird trainiert wie wild. Waren es vor Jahren noch v.a. junge Männer, die ihre Muskeln stählten, machen das heute auch ältere (reife!) Männer. Und Frauen. Es gibt Trainingspläne und -methoden, damit wir auch als ü50, ü60 oder ü70 unseren Körper fit halten können.
Wo Training nicht hilft, wird optimiert: Gegen Fett gibt es Spritzen und Pillen, gegen Runzeln Botox. Wem auch das nicht reicht, hilft sich mit Anal-Bleaching. Darüber hinaus essen wir vegetarisch, vegan, frutarisch, basisch, low-carb … Und natürlich schulen wir unseren Geist: Achtsamkeitstraining zur Stressvermeidung, Resilienzschulung zur Problembewältigung, Kreuzworträtsel und Sudoku zur Demenzprophylaxe. Aus dem früheren Fitnessboom ist längst ein Selbstoptimierungsboom geworden.
Sinnvoll wäre vermutlich, genauso intensiv unsere Augen, unser Herz, unsere Seele zu trainieren. Damit wir lernen, nicht nur das Schwierige, Hässliche, Negative zu sehen, sondern auch das Gute, Schöne, Wertvolle in der Welt und im eigenen Leben – z.B. in der Natur, z.B. in einem Freund, z.B. in geschenkter Liebe. In all dem begegnet uns Gott.
Take good care!
Pfr. Harry Ratheiser