„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ | Ps 66,20
Kennen Sie das Gefühl eines überfüllten Mailfaches?
Von unten nach oben kämpfen wir uns durch die Anliegen und Wünsche; manches nehmen wir eher zur Kenntnis, anderes braucht intensive Recherche, um adäquat beantwortet zu werden.
Würde das Gebet bei Gott wie unser Mailfach funktionieren – wie viele Jahrtausende müssten wir auf eine Antwort warten? Abermillionen Menschen wenden sich an ihn mit den unterschiedlichsten Sorgen; dass die Fussballmannschaft der eigenen Wahl gewinnt, bis hin zu ernsten Anliegen.
Von Tränen bis Lachen ist alles dabei.
Unser Bibelvers sichert uns zu, dass wir einen Gott haben, der den Überblick behält, der immer antwortet, der nie lockerlässt, der auch die tausendste Nachfrage ernst nimmt, der mit uns lacht, mit uns weint, durch Glück und Leid geht. Er achtet nicht auf Rechtschreibfehler oder die korrekte Anrede und versteht uns auch dann, wenn wir uns selbst nicht verstehen.
Doch kenne ich, dass es manchmal dauert, bis eine Antwort zu mir dringt. Wenn Gott sich aber in seiner Güte nie von uns abwendet, wie uns in unserem Wochenspruch zugesagt wird, bin vielleicht ich dran, mein „Mailfach“ zu checken: Meinen Alltag auf kleine Hinweise zu befragen, in denen ich seine Güte sehen kann und seine leise Stimme höre, die zu mir spricht von ihm und seiner Güte. Denn eines ist sicher: Im himmlischen Postfach geht nie eine „Mail“ verloren.
Seid behütet und gesegnet
Ihr Pfarrer Michael Röll